1892 Sattel Spaich II/P/11 (++)
Orgelbauer: Spaich
erbaut: 1892
Restauration: 2002 Graf
Bemerkungen: mechanische Kegelladen, Orgel steht nicht mehr am originalen Ort (Emporenvergrösserung)
Manuale/Pedal/Anzahl Register: II/P/11
Orgelgeschichte: Orgeln in der Pfarrkirche Sattel
1778 18. März: Orgelbauvertrag mit Josef Bossard. Das Werk sollte ein Manual mit 9 Registern aufweisen. Prinzipal 8’ stand zum grössten Teil im Prospekt. Die Tastatur umfasste 45 Töne. Das Pedal war angehängt und wies 18 Tasten auf. Zwei Blasbälge sicherten die Windversorgung.
Nach Abschluss der Arbeiten und Prüfung durch einen Organisten hatte Bossard Anspruch auf 505 fl. Zugerwährung und auf Vergütungen der Auslagen für Kost und Logis.
1813 Anschaffung einer neuen Orgel im Betrag von 326 Gulden.
1864 Reparaturen mit Kosten von Fr. 150.- durch Xaver Feusi, Pfäffikon.
1890 Nachdem die alte Orgel drei Mal repariert worden war und ständig neue Schäden auftraten, entschied sich der Gemeinderat Sattel am 21. Dezember 1890 für einen Neubau.
Am 21. März lagen zwei Offerten von Orgelbauer Goll vor. Eine Orgel mit einem Manual und Pedal sollte Fr. 4000.-, eine solche mit zwei Manualen und Pedal hingegen Fr. 5300.- kosten.
1892 Am 5. Februar 1892 wurde mit Orgelbauer Spaich in Rapperswil ein Vertrag für den Bau einer neuen Orgel abgeschlossen. Verlangte Goll für eine zweimanualige Orgel Fr. 5300.-, so kalkulierte Spaich Fr. 4950.-. Anfangs September 1892 war die Orgel fertig montiert.
Die Orgel von Sattel ist die letzte noch mechanisch konstruierte Spaich–Orgel mit Kegelladen im Kanton Schwyz.
1896 24. Mai: Störungen an der neuwertigen Orgel, obwohl das Werk im übrigen eine tadellose Arbeit war. Nach zweieinhalb Jahren wurden die fünfzehn Franken bezahlt und der Streit, den die geringfügigen Arbeiten des Orgelbauers verursacht hatten, beigelegt.
1941 Die Kirche wurde wesentlich verlängert. Die Orgel wurde demontiert und anschliessend wohl in gleicher Art und Weise wieder montiert.
Aus Platzgründen hat man das Pedal seitlich neben dem Gehäuse aufgestellt und mit pneumatischer Traktur versehen.
1970 In den siebziger Jahren wurde die Spaich-Orgel durch die Firma Späth in Rapperswil revidiert.
1985 Erneute Revision durch die Firma Späth mit Kostenfolgen von Fr. 15880.-.
1991 Untersuch und Expertise nach ständig auftretenden Schwierigkeiten ergeben folgendes Ergebnis:
Restauration im jetzigen Zeitpunkt lohnt sich nicht. Diese sollte aufgeschoben und mit der geplanten Kirchenrenovation vorgenommen werden. Zudem ist der momentane Standort akustisch sehr schlecht, die Orgel müsste weiter vorne platziert werden.
Als Übergangslösung wird eine elektronische Orgel (Allen-Digital-Computer Orgel System MDS 35) für Fr. 49'300.- beschafft.
2002 Unsere von Spaich 1892 erbaute mechanische Kegelladenorgel wird von der Firma Graf in Sursee restauriert, das Pedal mechanisch rekonstruiert.
Sie wird sich im Oktober an ihrem neuen Standort weiter vorne auf der Empore in neuem Glanz präsentieren.
Disposition
Hauptwerk:
Prinzipal 8’
Flauto dolce 8’
Gedeckt 8’
Oktav 4’
Flöte 4’
Mixtur 3f 2 2/3’
Nebenwerk:
Prinzipalflöte 8’
Salizional 8’
Gemshorn 4’
Pedal:
Subbass 16’
Oktavbass 8’
Koppeln: II-I, I-P, II-P
Kombinationen: F, MF, P fest
Heinrich Spaich, Rapperswil, dessen opus 37
Spiel- und Registertraktur mechanisch
Quellen:
Hermann Bischofberger: Die Arbeiten der Orgelbaufamilie Bossard von Baar im Kanton Schwyz, 2. Teil, in: Mitteilungen des Historischen Vereins des Kantons Schwyz
Mitteilungen des Historischen Vereins des Kantons Schwyz, Heft 81 – 1989, S. 107 - 111)
Otto Tschümperlin: Bericht über die Orgel in der Pfarrkirche Sattel vom 19. August 1991
Zeitungsbericht: SATTEL: Die Orgel in der Pfarrkirche (Bote der Urschweiz vom 15. Mai 2000)


