1869 Trachslau Jauch I/P/9

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Orgelbauer: Jauch

erbaut: 1869

Restauration: 1996 Mathis

Bemerkungen: Die Orgel wurde ursprünglich für Pfarrkirche Ingenbohl SZ gebaut

Manuale/Pedal/Anzahl Register: I/P/9

 

1. Allgemeines

Name der Kirchgemeinde: Trachslau (Einsiedeln)

Name der Kirche: St. Stephan

Datum der Erfassung: 11.06.1996/06.08.1998

Orgelbaufirma (Erbauer): Johann Josef Jauch

Jahrzahl des Orgelneubaues: 1869

2. Geschichtliches

Die Orgel der kath. Kirche St. Stephan in Trachslau/SZ wurde 1869 von Johann Josef Jauch (16.31808-5.9.1876) aus Altdorf/UR erbaut. Ursprünglich stand das Instrument im Kloster Ingenbohl, welches es 1880 zum Kauf anbot. 1879-1881 wurde in Ingenbohl eine neue Klosterkirche gebaut. Die alte Kirche von 1857/59 wurde profaniert.

Am 25. April 1880 erteilte die kath. Kirchgemeinde Trachslau/SZ die Zustimmung, diese Orgel zum Preis von 2400 Franken anzuschaffen. Offenbar hatten sich auch Experten positiv über das instrument geäussert. So kam die Orgel von Ingenbohl nach Trachslau. Sie musste allerdings ein wenig „gestutzt“ werden, da die Höhe auf der Empore zu gering war.

Später wurde die Orgel verschiedentlich repariert; ein grösserer Eingriff erfolgte in den 50er- oder 60er-Jahren durch die Firma Späth in Rapperswil. Dabei wurden einzelne Teile der Mechanik mit minderwertigem Material ersetzt.

1996 wurde die Orgel einer gründlichen Restauration unterzogen, welche durch die Firma Mathis in Näfels ausgeführt wurde. Dabei wurde die Mechanik wieder in den Zustand von 1869 versetzt, die Registerzüge erneuert und ebenso die Manual- und die Pedalklaviatur. Der nicht originale Pedalumfang wurde belassen.

3. Gehäuse und Prospekt

Gehäuse: tanne, ursprünglich ohne Marmorierung, heute marmoriert. Die Seitenwände gehen bis zur Kirchenrückwand, keine Gehäuserückwand, kein Dach. Prospekt: 5-teilig mit insgesammt 41 klingenden Pfeifen von Principal 8’ (5-13-5-13-5). Reich geschnitzte, heute vergoldete Schleierbretter.

Anmerkungen: Die beiden äusseren Türme des Gehäuses wurden bei der Montage in der TrachslauerKirche offenbar gekürzt, denn in der jetztigen Form wirkt die Gesamtansicht der Orgel leicht gedrungen. Zudem sind die tiefsten Pfeifen gekröpft, was ebenfalls darauf schliessen lässt, dass diese beiden Seitentürme ursprünglich höher waren. In Gurtnellen Dorf /UR befindet sich ebenfalls noch eine Orgel von Johann Josef Jauch aus dem Jahr 1872, das Gehäuse und der Prospekt sind dort fast identisch mit dem von Trachslau, in Gurtnellen Dorf haben die beiden Seitentürme allerdings die proportional richtige Höhe. So dürfte auch die Trachlauer Orgel ausgesehen haben, als sie noch in Ingenbohl stand.

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3. Spielanlage

Spielnische mit eingebauter Klaviatur vorne in der Mitte; ein Manual und ein Pedal (C-f’’’ bzw. C-d’). Traktur: Rein mechanische Kegelladen. Diese Kegelladen sind original erhalten! Manualklaviatur: tasten aus Tannenholz, Untertastenbeläge aus Ebenholz, Obertastenbeläge aus Knochen. Die ganze Tastatur und der Rahmen stammen von Mathis 1996. Pedalklaviatur: Eiche (?), die Pedalklaviatur stammt, wie auch der Rahmen, vollständig von Mathis, 1996.

Registergriffe und Registermechanik: Die gedrechselten schwarzen Registergriffe mit eingelegten Porzellanschildchen, auf welchen der jeweilige Registername steht, stammen von Mathis, 1996. Die Stangen sind quadratisch im Schnitt und sind auch aus dem Hause Mathis, 1996. Wellenbretter von Mathis, 1996. Registerschildchen: Aus Porzellan, in die Registergriffe eingelegt, Handgeschrieben, kursiv, schön geschwungen und nicht immer waagrecht. Alles Mathis 1996. Notenpult und Orgelbank: Das Notenpult konnte übernommen werden, dagegen stammt die Orgelbank von Mathis, 1996. (Das Notenpult ist aber auch nicht zwingend das originale von Jauch.)

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5. Disposition

Manual C-f'''

Prinzipal 8'
Bourdon 8'
Gamba 8'
Salicional 8'
Octav 4'
Flöte 4'
Superoctav 2'

Pedal C-d'

Subbass 16'
Oktavbass 8'

Pedal-Coppel

6. Anordnung der Registerzüge

Links:
Octav 4'
Bourdon 8'
Octavbass 8'
Subbass 16'
Pedal-Coppel

Rechts:

Flöte 4'
Superoctav 2'
Salizional 8'
Gamba 8'
Prinzipal 8'

Die Fusszahlen stehen jeweils unter dem in einer Linie geschriebenen Registernamen. Die beiden Wörter bei Pedal-Coppel sind untereinander geschrieben, also getrennt.

6. Die Register

1. Prinzipal 8’ Zinn, C-d, e-f’’ Prospekt, C, Cis, D, Dis gekröpft, C-d Labia oben und unten rund gerissen und aufgelötet (Pfeifen der drei Türme), e-f’’ Labia oben spitzbogig- und unten rund gerissen. Kernstiche, zum Teil Überlängen. Dis, fis’’-f’’’ innenstehend, Labia oben spitzbogig- und unten rund gerissen, Kernstiche, Pfeifen auf Ton geschnitten.

2. Gamba 8’ Zinn C-g’’ mit Stimmrollen, gis’’-f’’’ auf Ton geschnitten, Labia oben spitzbogig- und unten rund gerissen, Kernstiche, nach unten gebogene, vorspringende Aufsätze auf den Unterlabia.

3. Salizional 8’ Zinn, konisch, C-a’ mit stimmrollen, b’-f’’’ auf ton geschnitten, Kernstiche.

4. Superoctaf 2’ Zinn, C-h mit Expressionen (rechteckig ausgeschnitten) , c’-a’ mit Stimmrollen, b’-f’’’ auf Ton geschnitten, Kernstiche.

5. Flöte 4’ C-dis’’’ tanne gedeckt, Spunde achteckig, Vorderseiten, Kerne und Vorschläge aus Hartholz, Seitenwände länger als Vorder- und Rückwände, verm. Lederdichtung, gerade Aufschnitte (Aufschnitte nachträglich weniger hoch gemacht), aussen labiert e’’’ und f’’’ Zinn offen.

6. Oktav 4’ Zinn C-g’ mit stimmrollen, gis’-f’’’ auf Ton geschnitten, Labia oben spitzbogig- und unten rund gerissen, Kernstiche.

7. Bourdon 8’ C-f Tanne Gedeckt, fis-f’’’ Hartholz gedeckt, Vorschläge, Labien und Kerne aus Hartholz, Aufschnitte teils gewölbt, teils gerade, aber nicht schön geschnitten, aussenlabiert, quadratischer Grundriss, z. T. handschriftliche Notizen an den Pfeifenl.

8. Subbass 16’ Tanne gedeckt, sehr weite Mensur, Aufschnitte gewäölbt, Kerne, Vorschläge und Labien aus Hartholz, eine einzige Pfeife mit neuem (?) hölzernen Stimmschieber vorne, die anderen éfeifen haben statt eines Stimmschiebers ein metallenes Plättchen am Aufschnitt (hinten) im Holz.

7. Balganlage

Im Kirchenestrich hat sich die Originale Balganlage erhalten. Die Angaben darüber müssten nachgeliefert werden, da zum Zeitpunkt der Inventarisation der Schreibende keinen Zugang zum Kirchenestrich hatte. Die Windzufuhr zu den abgeführten Pedalpfeifen erfolgt durch gerippte Kartonrohre, wie dies in den 50er-Jahren üblich war.

8. Verfasser

Bernhard Hörler