1890 Feusisberg Spaich II/P/14 (++)
Orgelbauer: Spaich
erbaut: 1890
Restauration: 2000 Späth
Bemerkungen: Mechanische Kegellade
Manuale/Pedal/Anzahl Register: II/P/14
110 Jahre romantische Orgel Feusisberg St. Jakob

Geschichte der Orgel
1890 Bau einer Orgel durch Heinrich Spaich mit 14 Registern
1902 Erste Revision und Reinigung durch Orgelbau Firma Spaich
1939 Auswechseln der wertvollen Zinnhaltigen Gamba 8‘ durch billige bleihaltige Flöte 2‘durch Orgelbauer Arquint
1940 Veränderung der Mixtur durch Auswechseln und Umgruppieren der Terzreihe in eine Quintreihe durch Orgelbauer Arquint.
1945 Einbau eines Orgelmotors durch Orgelbau Firma Späth, welche seit ca. 1909 Orgelbau Heinrich Spaich’s Firma weiterführten.
1957 Aufgrund von starkem Wurmbefall gründlich durchgeführte Orgelrevision durch Fa. Späth
1972 Renovation durch Hr. Senn Unterengstringen. Bourdon 16‘ wurde mit Quinte 1 1/3‘ vertauscht.
1996 Infolge Tod von Herrn Senn wurde bis heute im Hinblick auf die bevorstehende Restauration keine Stimmung und kein Unterhalt mehr ausgeführt.
2000 Sorgfältige Restauration und Zurückführung in den Urzustand.
Disposition
Manualumfang C – f3
Pedalumfang C – d1
Hauptwerk (I)
Bourdon 16‘ (vorher Quinte 1 1/3‘)
Prinzipal 8‘
Flauto Dolce 8‘
Viola di Gamba 8‘ (vorher Oktave 2‘, tönte wie Flöte)
Flöte 4‘
Oktave 4‘
Mixtur 2 2/3‘ 3-fach, Terzmixtur ab c0 5 2/3‘
(vorher Mixtur 1 1/3‘) Nebenwerk (II)
Geigenprinzipal 8‘
Gedackt 8‘
Salicional 8‘
Spitzflöte 4‘
Pedal
Violon 16‘
Subbass 16‘
Oktavbass 8‘
Spielhilfen
Feste Kombinationen p, mf, f
Normalkoppeln I-Ped, II-Ped, II-I
Von den insgesammt 783 Pfeiffen sind nach der Restauration 675 orginal erhalten. Ca. 108 Pfeiffen mussten neu gemacht werden.
Bedeutung
Das Instrument in St. Jakob zu Feusisberg zählt zu den ältesten Orgeln in der näheren Umgebung des Zürichsees.
Die für eine heutige Orgel einer Dorfkirche ungewöhnlich Grundtönige Disposition mit zwei auf Prinzipal 8‘-Basis stehenden Werken ist für die Zeit um 1890 typisch.
Die aus der Mode gekommene süddeutsch romantische Orgel findet hier in Feusisberg mit ihren 14 Registern ihre kleinste Form. Kleinere Werke von Bach, Reger, Raff, Listzt, Mendelssohn und nicht zuletzt Rheinberger klingen authentisch auf dieser Orgel. Die hellen süddeutschen Prinzipale eignen sich auch zur Aufführung von frühbarocken Werken. Die Orgel hat einen warmen, feinen jedoch klaren Klang mit einer Tendenz zu Charakterstimmen. Sie ist jedoch durch ihr dynamisch gut abgestuftes Pfeifenwerk für Chorarbeit besser geeignet als neobarocke Universalorgeln unserer Tage.
Die orginalgetreue Wiederherstellung in technischer und klanglicher Hinsicht war daher eine dringend notwendige Aufgabe.


