1900 Bennau Kuhn II/P/13 (++)

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Orgelbauer: Kuhn

erbaut: 1900

Restauration: 1983

Bemerkungen: Pneumatische Taschenladen, Oktavkoppel II-I

Manuale/Pedal/Anzahl Register: II/P/13

100 Jahre Kuhn Orgel

Bennau St. Sebastian

Diese Aufnahme der Bennauer Orgel entstand in der Zeit vor der Kirchen- und Orgelrenovation im Jahre 1985. Gut sichtbar sind die damals an der Orgel montierten Büchergestelle.


Kleine Bennauer Orgelgeschichte

Die Bennauer Orgel wurde im Jahre 1900 von der Orgelbaufirma Th. Kuhn in Männedorf erstellt. Sie kostete damals 6400 Fr., wobei noch Kosten für das Gehäuse und die Malereien von total 2000 Fr. dazukamen. Für sagenhafte 8400 Fr. konnte also die gesamte Orgel angeschafft werden. Am 8. Juli 1900 durfte Pater Moritz Egger, unermüdlicher Erbauer der Bennauer Sebastianskirche, die neue Orgel feierlich einweihen. Die ersten Töne entlockte der neuen Orgel Stiftskapellmeister Pater Basilius Breitenbach und zollte ihr wie auch der Akustik im hohen Kirchenschiff grosses Lob.

Das Instrument ist heute noch in allen Teilen original erhalten. Die Orgeln von Alpthal (1887) und Bennau sind die beiden einzigen im Kanton Schwyz mit einem neugotischen Gehäuse, passend zum Kirchenstil.

Bis in die vierziger Jahre wurde die Orgel mittels Kalkanten betrieben. Erst dann wurde ein Motor eingebaut, der die Bälgetreter überflüssig werden liess. Die ganze Kalkanteneinrichtung ist aber heute noch vollständig erhalten und voll funktionstüchtig.

Vor der Renovation der Bennauer Sebastianskirche oblag die Wartung der Orgel längere Zeit einer andern Orgelbaufirma bis Anfang der Achtziger Jahre die Erbauerfirma Kuhn die Pflege wieder übernahm und bis heute weiterführte.

Aus dem Expertenbericht von Otto Tschümperlin, Schwyz, vom 11. April 1984 ist folgendes über den Zustand der Bennauer Orgel zu entnehmen:

- Die Orgel ist aus gutem Material gebaut.

- Die Pneumatik der Traktur ist im allgemeinen bemerkenswert präzise und die Kalkanteneinrichtung zur Bedienung der Blasbälge funktioniert tadellos.

- Der Klang der Orgel im gesamten und jener der einzelnen Register ist original erhalten. Er entspricht dem damaligen Zeitgeit und ist der Romantik verpflichtet und soll möglichst erhalten bleiben.

Interessant ist zu erwähnen, dass während der Renovation der Kirche Pläne bestanden haben, die vorsahen, die Orgel um 80 cm an die Rückwand zurückzuschieben und dass sogar auch ein Neubau in Betracht gezogen wurde.

Doch aus alledem wurde nichts, sodass die Orgel nach ihrer Renovation am 23.11.1985 wieder im originalen Zustand eingeweiht werden konnte.

Tragen wir Sorge zu diesem erhaltenswerten Instrument, damit es das nächste Jahrhundert mit gleichem Elan in Angriff nehmen kann.

(Text, Bilder: Fabian Bucher)


Disposition

Hauptwerk (I)
Manualumfang C – f3

Schwellwerk (II)
Manualumfang C – f3

Pedal
Pedalumfang C – d1

Prinzipal 8‘

Bourdon 8‘

Gamba 8‘

Dolce 8'

Oktave 4‘

Mixtur 2 2/3‘

 

Flauto dolce 8‘

Salicional 8‘

Aeoline 8'

Voix celeste 8'

Flûte d'amour 4'

Subbass 16‘

Oktavbass 8‘

Spielhilfen

Feste Kombinationen I, II, III

Koppeln: I-Ped, II-Ped, II-I, Oktavkopplung II-I

Tremolo, Calcantenzug

Spiel- und Registertraktur pneumatisch

 

Orgelbilder Bennau


Registerzüge links


Spieltisch


Registerzüge rechts


Detailansicht des Orgelprospekts


Prospektpfeifen von hinten


Pedale für Kalkanten


Pfeifen Hauptwerk


Magazinbalg, Windkanal, Bleiröhrchen der Pneumatischen Traktur


Pfeifen Hauptwerk, Pedal (angeschnitten)